Was passiert, wenn du länger als sechs Wochen krank bist? Als Angestellter endet dann die Lohnfortzahlung deines Arbeitgebers, und die gesetzliche Krankenkasse zahlt Krankengeld. Was viele nicht wissen: Das Krankengeld ist deutlich niedriger als dein gewohntes Netto-Gehalt. Als Selbstständiger stehst du oft sogar ab dem ersten Tag ohne Einkommen da. Die Krankentagegeldversicherung schließt diese gefährliche Einkommenslücke.
Das Wichtigste in Kürze
| Was ist versichert? | Ein vereinbartes Tagegeld, wenn du wegen Krankheit arbeitsunfähig bist, ab dem gewählten Tag (Karenzzeit). |
|---|---|
| Was ist nicht versichert? | Die Karenzzeit selbst, Berufsunfähigkeit auf Dauer und Einkommen über dem versicherbaren Nettoeinkommen. Details |
| Für wen sinnvoll? | Für Selbstständige und Angestellte mit Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze, deren Einkommen bei längerer Krankheit einbricht. |
| Was kostet das? | Für eine 35-jährige selbstständige Person mit 100 € Tagegeld ab dem 22. Tag etwa 35 bis 45 € im Monat; ab dem 4. Tag rund doppelt so viel. Unverbindlicher Richtwert (Stand 2026); dein Beitrag hängt von deiner Situation ab. Deinen genauen Beitrag berechnest du im Vergleichsrechner auf dieser Seite. |
| Worauf achten? | Passende Karenzzeit, ein Tagegeld in Höhe deines Nettoeinkommens und Nachversicherungsmöglichkeiten bei steigendem Einkommen. |
Die Geschichte von Bernd: Wenn 70% einfach nicht reichen
Fiktives Beispiel zur Veranschaulichung, Personen und Handlung sind frei erfunden.
Bernd ist 48, verheiratet und arbeitet als leitender Angestellter in einem Logistikunternehmen in Rheine. Er verdient gut und hat seinen Lebensstil entsprechend angepasst: Ein modernes Haus, zwei Autos, regelmäßige Hobbys.
Dann kam die Diagnose: Schwere Erschöpfung und ein langwieriges Rückenleiden. Bernd war für insgesamt fünf Monate arbeitsunfähig. Die ersten sechs Wochen zahlte sein Arbeitgeber sein volles Gehalt weiter. Doch ab der siebten Woche gab es nur noch Krankengeld von der gesetzlichen Kasse.
Bernd stellte fest, dass ihm plötzlich über 1.200 Euro monatlich fehlten. Das gesetzliche Krankengeld ist nämlich gedeckelt und beträgt maximal 70% des Bruttoeinkommens (bis zur Beitragsbemessungsgrenze). Da Bernd deutlich über dieser Grenze verdiente, war sein prozentualer Verlust noch viel höher. Die laufenden Fixkosten für das Haus und die Familie blieben aber gleich. Bernd musste seine Ersparnisse angreifen, die eigentlich für die Altersvorsorge gedacht waren. Er sagt heute: „Ich hätte nie gedacht, dass ein paar Monate Krankheit so ein tiefes Loch in meine Finanzen reißen können. Hätte ich damals die paar Euro für ein privates Krankentagegeld investiert, hätte ich heute 6.000 Euro mehr auf dem Konto.“
Wer braucht unbedingt ein Krankentagegeld?
Die Relevanz dieser Versicherung hängt stark von deinem Status ab:
- Selbstständige und Freiberufler: Sie sind die wichtigste Zielgruppe. Wer nicht arbeitet, verdient nichts. Ein Krankentagegeld sichert hier die Existenz ab dem 15. oder 22. Tag der Krankheit.
- Angestellte mit Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze: Ab 5.812,50 € brutto im Monat (Stand 2026) steigt das gesetzliche Krankengeld nicht mehr weiter an, sodass die Lücke zum Netto-Gehalt hier besonders groß wird.
- Hauptverdiener in Familien: Wenn das Einkommen einer Person die Basis für das gesamte Familienleben in Rheine ist, darf dieses Einkommen niemals wegbrechen.
Worauf du beim Abschluss achten solltest
Als dein Versicherungsmakler achte ich darauf, dass das Krankentagegeld perfekt zu deinem Einkommen passt. Wichtige Faktoren sind:
- Angemessenheit: Die Summe aus Krankengeld und privatem Krankentagegeld darf dein Netto-Einkommen nicht übersteigen (Bereicherungsverbot).
- Verzicht auf ordentliches Kündigungsrecht: Der Versicherer sollte in den ersten drei Jahren nicht einfach kündigen können, wenn du öfter krank bist.
- Geltungsbereich: Leistet die Versicherung auch bei einem Kuraufenthalt oder während einer Reha?
- Anpassungsmöglichkeiten: Kannst du dein Tagegeld erhöhen, wenn dein Gehalt steigt, ohne erneute Gesundheitsprüfung?
Der Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Das Krankentagegeld ist für die vorübergehende Krankheit gedacht (solange die Chance auf Heilung besteht). Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) greift, wenn du dauerhaft (meist ab 50% Prognose) nicht mehr arbeiten kannst. Idealerweise gehen beide Versicherungen lückenlos ineinander über. Wenn das Krankentagegeld endet, weil die Berufsunfähigkeit festgestellt wird, sollte die BU-Rente starten. In Rheine sorge ich dafür, dass dieses Zusammenspiel perfekt funktioniert.
Einkommenslücken-Rechner: Wie viel fehlt dir im Ernstfall?
Berechne hier, wie hoch dein Krankengeld bei langer Krankheit ausfällt und wie groß die monatliche Lücke zu deinem gewohnten Netto-Einkommen ist.
Dein Status
Monatliches Netto-Einkommen
Mit deinem Brutto wird das Krankengeld nach den gesetzlichen Regeln berechnet statt geschätzt.
So funktioniert die Berechnung:
1. Die 42-Tage-Lücke: In Deutschland zahlt dein Arbeitgeber dein Gehalt für die ersten 6 Wochen der Krankheit weiter. Danach stoppt diese Zahlung und die gesetzliche Krankenkasse übernimmt.
2. Nur rund 75 % vom Netto: Das gesetzliche Krankengeld beträgt 70 % des Bruttos, höchstens aber 90 % des Nettos; nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge bleiben meist nur rund 75 % deines Nettogehalts (gedeckelt auf das gesetzliche Höchstkrankengeld von rund 3.560 € netto im Monat in 2026 aufgrund der Beitragsbemessungsgrenze). Gibst du dein Brutto an, rechnet der Rechner exakt nach diesen gesetzlichen Regeln. Dadurch entsteht jeden Monat eine Lücke in deiner Kasse.
3. Risiko für Selbstständige: Viele Selbstständige haben kein automatisches Krankengeld. Ohne private Absicherung bekommst du ab dem 43. Tag also 0 €. Der Rechner zeigt dir dann dein volles Einkommen als Lücke an.
4. Fixkosten laufen weiter: Miete, Versicherungen und Lebensmittel müssen auch bei Krankheit bezahlt werden. Die Lücke zeigt dir den Betrag, den du jeden Monat von deinen Ersparnissen nehmen müsstest.
Was nicht versichert ist
Das Krankentagegeld schließt die Einkommenslücke bei Krankheit. Diese Punkte deckt es nicht ab:
- Die Karenzzeit: In den vereinbarten ersten Tagen gibt es kein Geld. Mehr dazu in der Karenzzeit-Falle.
- Dauerhafte Berufsunfähigkeit: Stellt ein Arzt Berufsunfähigkeit fest, endet das Krankentagegeld; dann greift die BU-Versicherung.
- Überversicherung: Das Tagegeld darf dein Nettoeinkommen nicht übersteigen; sinkt dein Einkommen, kann der Versicherer es herabsetzen.
- Teilweise Arbeit: Arbeitest du trotz Krankschreibung teilweise weiter, entfällt der Anspruch meist ganz.
So helfe ich dir im Leistungsfall
Hier läuft der Alltag direkt über den Versicherer, das ist meist der schnellste Weg. Als dein Makler stehe ich rechtlich auf deiner Seite, nicht auf der des Versicherers, und springe ein, sobald es hakt:
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1. Direkt an den Versicherer
Krankmeldungen gehen direkt an den Versicherer. Wohin genau, steht im Versicherungsschein; viele Versicherer bieten dafür eine App.
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2. Belege aufbewahren
Bewahre Rechnungen, Schreiben und Bescheide auf, bis das Geld da ist. Bei Rückfragen oder Streit sind sie dein Nachweis.
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3. Arbeitsunfähigkeit belegen
Reiche die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung frühzeitig ein und melde jede Verlängerung. Bei Selbstständigen fragt der Versicherer oft auch nach Einkommensnachweisen.
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4. Ich helfe, wenn es hakt
Lehnt der Versicherer ab, kürzt er oder dauert es zu lange, melde dich bei mir. Ich prüfe Abrechnung und Bedingungen und hake beim Versicherer nach.
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