„Bausparen ist sicher“, hieß es früher. Doch in der heutigen Finanzwelt sind viele alte Verträge durch hohe Gebühren und mickrige Zinsen eher ein Verlustgeschäft. Zeit für eine ehrliche Bestandsaufnahme.
Das Märchen vom „sicheren“ Zins
Viele Bausparverträge in deutschen Ordnern stammen noch aus einer Zeit, in der das Zinsniveau völlig anders war. Das Problem heute: Die Guthabenzinsen liegen oft bei mickrigen 0,1 % oder 0,25 %. Wenn du dann die Abschlussgebühren und die jährlichen Kontoführungsgebühren gegenrechnest, schrumpft dein Erspartes real sogar – noch bevor die Inflation überhaupt zugeschlagen hat.
Die Kostenfalle: Abschlussgebühr
Ein Bausparvertrag kostet oft 1 % bis 1,6 % der Bausparsumme als Abschlussgebühr. Bei einer Summe von 50.000 € sind das direkt 500 € bis 800 €, die erst einmal wieder reingearbeitet werden müssen. Bei den aktuellen Zinsen dauert das oft Jahrzehnte.
Wann macht Bausparen noch Sinn?
Bausparen ist kein Sparprodukt, sondern eine Wette auf steigende Kreditzinsen in der Zukunft. Es lohnt sich nur dann, wenn du definitiv in absehbarer Zeit bauen oder modernisieren willst und dir heute die niedrigen Darlehenszinsen für später sichern möchtest. Als reines Sparmodell ist es heute fast immer ungeeignet.
Die moderne Alternative: ETF-Sparen
Wer langfristig Vermögen aufbauen will, fährt mit einem breit gestreuten Welt-Portfolio (ETFs) meist deutlich besser. Hier sind die Kosten minimal und die Renditechancen langfristig um ein Vielfaches höher als beim Bausparen. Nutze meinen Zinseszinsrechner, um den Unterschied schwarz auf weiß zu sehen, oder erfahre mehr über ETF-Konzepte.
Was du jetzt tun solltest
Krame deinen Vertrag heraus. Schau auf den letzten Kontoauszug: Wie hoch ist der effektive Zins nach Abzug der Gebühren? Als dein Sachwalter unterstütze ich dich bei der Analyse und hafte für die Korrektheit meiner Einschätzung. Wenn du nicht konkret planst, das Darlehen zu nutzen, ist es oft sinnvoller, den Vertrag beitragsfrei zu stellen oder zu kündigen und das Geld rentabler anzulegen.
Checkliste: Bausparvertrag behalten?
- Ist der Darlehenszins deutlich niedriger als aktuelle Hypothekenzinsen?
- Plane ich in den nächsten 5–10 Jahren eine Immobilien-Finanzierung?
- Fressen die Kontogebühren meine Zinserträge komplett auf?