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Finanzanalyse nach DIN 77230: Was sie dir bringt

Sortierte Ordner, ein Taschenrechner und ein Blatt mit leeren Ankreuzkästchen auf einem Holztisch

Die DIN 77230 legt fest, wie eine Finanzanalyse für Privathaushalte abläuft: welche Daten erhoben werden, welche Themen in welcher Rangfolge drankommen und womit dein Istwert verglichen wird. Hier liest du, was dabei herauskommt und wo die Norm aufhört. Mit der Checkliste findest du in zwei Minuten heraus, ob sich die Analyse für dich lohnt.

Was die DIN 77230 regelt

Die Norm heißt vollständig „Basis-Finanzanalyse für Privathaushalte“ und erschien erstmals im Januar 2019. Aktuell ist die Ausgabe DIN 77230:2026-03, die ihre Vorgängerin von Dezember 2023 ersetzt. Kein Gesetz schreibt ihre Anwendung vor. Wer sie nutzt, tut das freiwillig.

Der Gedanke dahinter ist einfach: Bei gleichen Daten soll die gleiche Analyse herauskommen, egal wer sie erstellt. Deshalb sind Datenumfang, Rechenannahmen und Rangfolge vorgegeben. Die Norm trennt dabei die Diagnose von der Therapie. Sie zeigt, wo dein Haushalt steht. Was daraus folgt, ist ein eigener Schritt und nicht mehr Teil der Norm.

Gedacht ist sie für typisierte Haushalte mit bis zu zwei Haushaltsverantwortlichen und wirtschaftlich abhängigen Kindern. Abgedeckt sind die drei Bereiche Absicherung, Vorsorge und Vermögensplanung.

Checkliste: Passt eine Finanzanalyse nach DIN 77230 zu dir?

Bewerte die zehn Aussagen danach, wie wichtig sie dir sind. Deine Antworten bleiben in deinem Browser, gespeichert oder verschickt wird nichts.

1. Ich will alle meine Finanzen auf einen Blick sehen.
2. Meine persönliche Lage soll vollständig in die Analyse einfließen, nicht nur einzelne Verträge.
3. Das Ergebnis soll nicht davon abhängen, was jemand mir verkaufen möchte.
4. Vermögen, Versicherungen und meine persönliche Situation sollen zusammen betrachtet werden.
5. Ich will wissen, welche Geldthemen für mich vorrangig sind und welche warten können.
6. Ich brauche klare Richtwerte, welche Höhe bei einzelnen Verträgen sinnvoll ist.
7. Ich will herausfinden, ob ich Verträge habe, die ich nicht mehr brauche.
8. Ich will wissen, wo ich sofort handeln sollte.
9. Ich will das Ergebnis selbst nachvollziehen und meine Lage einschätzen können.
10. Ich will Risiken aus Krediten erkennen und einordnen können.

Mindestens 5 von 10 Aussagen wichtig oder ein Muss? Dann passt die Analyse gut zu dir.

Inhaltlich angelehnt an die Verbraucher-Checkliste „Finanzanalyse: Was ist Ihnen wichtig?“ von DIN Media. Orientierungshilfe, keine Beratung.

So läuft die Analyse in fünf Schritten

  1. Daten aufnehmen: Die Norm schreibt vor, welche Haushaltsdaten mindestens erhoben werden. Daraus entstehen eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung und eine Vermögensbilanz.
  2. Relevanz prüfen: Alle Finanzthemen werden darauf geprüft, ob sie deinen Haushalt betreffen. Ohne Hund entfällt die Tierhalterhaftung, ohne Immobilie die Gebäudeabsicherung.
  3. Orientierungsgrößen bestimmen: Für jedes relevante Thema wird berechnet oder übernommen, welcher Wert auf der jeweiligen Bedarfsstufe als Maßstab gilt.
  4. Istwerte zuordnen: Bestehende Absicherungen, Ansprüche und Vermögenswerte werden den Themen zugeordnet.
  5. Gegenüberstellen: Istwert und Orientierungsgröße stehen sich je Thema gegenüber. Das Ergebnis siehst du in einer festgelegten Darstellung.

Welche Themen geprüft werden

Die Norm kennt rund 40 Finanzthemen. Sie sind drei Bedarfsstufen zugeordnet: den Grundbedarf sichern, den Lebensstandard erhalten und den Lebensstandard verbessern. Zusammengefasst sind sie in neun Blöcken:

  • Krankheit und Pflege: Krankenversicherung, Zusatzleistungen, Ausland, Pflegebedürftigkeit.
  • Haftung und Rechtsschutz: Privathaftpflicht, Kraftfahrzeuge, Tiere, Haus- und Grundbesitz, Kosten der Rechtsdurchsetzung.
  • Arbeitskraftverlust: Berufs- oder Dienstunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit, längere Arbeitsunfähigkeit.
  • Partner und Kinder: finanzielle Einbußen im Todesfall, Invalidität von Kindern, Kapital für die Ausbildung.
  • Liquidität und Vermögensbilanz: drohende Zahlungsunfähigkeit, Liquiditätsreserve, Dispositions- und Konsumentenkredite.
  • Vorsorge für das Alter: Ansprüche im Vergleich zum Bedarf im Ruhestand.
  • Haus und Wohnung: Immobilie, Hausrat, Instandhaltung, Zinsänderungsrisiko bei der Finanzierung.
  • Mobilität und Reisen: Schäden an Fahrzeugen.
  • Sparen und Vermögensbildung: Eigenkapital für Wohneigentum, größere Anschaffungen, weitere eigene Ziele.

Die feste Rangfolge ist der eigentliche Nutzen für dich. Viele Haushalte sparen monatlich für das nächste Auto und haben keine ausreichende Absicherung für den Verlust ihres Einkommens. Die Analyse macht solche Schieflagen sichtbar, weil existenzielle Risiken vor den Sparzielen stehen.

Wo die Norm endet

Eine Analyse nach DIN 77230 ist eine solide Grundlage, aber sie beantwortet einige Fragen bewusst nicht:

  • Keine Produktprüfung: Bedingungen, Ausschlüsse oder Verweisungsklauseln schaut sich die Norm nicht an. Eine Berufsunfähigkeitsrente kann in der Höhe passen und trotzdem schlechte Bedingungen haben.
  • Keine Beratung: Die Analyse nennt dir weder Tarife noch Anbieter. Auch die Auslegung der Ergebnisse ist nicht Teil der Norm.
  • Eine Momentaufnahme: Das Ergebnis gilt für einen Stichtag. Heirat, Kind, Jobwechsel oder Hauskauf können es schnell überholen.
  • Typisierte Rechnung: Die Norm arbeitet mit festen Rahmenparametern und Nettowerten und behandelt Steuern pauschal. Ansprüche aus der Grundsicherung bleiben außen vor. Sehr individuelle Lagen bildet sie nur grob ab.
  • Abhängig von deinen Daten: Eine alte Renteninformation oder eine vergessene Police verfälscht das Ergebnis. Die Analyse ist nur so gut wie die Angaben.

Der Rechenweg ist produktneutral. Die Person, die ihn anwendet, verdient aber womöglich am Abschluss, der danach folgt. Das gilt auch für mich. Frag deshalb jeden Anbieter, womit er sein Geld verdient und wie er die Analyse erstellt. Für Software und Berater gibt es freiwillige Zertifizierungen, eine Pflicht dazu besteht nicht. Du kannst dir also zeigen lassen, was genau geprüft wurde.

Diese Unterlagen helfen dir bei der Vorbereitung

Je vollständiger die Daten, desto belastbarer das Ergebnis. Lege möglichst bereit: Gehaltsabrechnungen oder Einkommensnachweise, eine Übersicht deiner festen Ausgaben, die aktuelle Renteninformation, Unterlagen zur betrieblichen und privaten Altersvorsorge, alle Versicherungsscheine, Kontostände und Depotwerte sowie Kredit- und Immobilienunterlagen. Wenn deine Verträge in der simplr-App liegen, ist ein Teil davon schon erledigt.

So biete ich die Analyse an

Ich biete dir die Basis-Finanzanalyse nach DIN 77230 über eine Servicevereinbarung an. Sie geht über meine gesetzlichen Pflichten als Makler hinaus und kostet deshalb ein Honorar. Umfang und Preis stehen vorher in der Vereinbarung, Vertrag, Rechnung und SEPA-Lastschrift laufen digital über DIPAY. Die Widerrufsbelehrung steht in der jeweiligen Vereinbarung, den Widerruf kannst du über das Widerrufsformular erklären.

Wenn du nur eine Versicherung über mich abschließen möchtest, brauchst du diese Analyse nicht. Die Ermittlung deines Bedarfs und die Beratung, die das Gesetz bei der Vermittlung verlangt (§§ 60, 61 VVG), kosten dich 0 € und hängen nicht an der Servicevereinbarung. Bei regulären Tarifen steckt meine Courtage in der Prämie. Bei Nettopolicen fällt immer ein Honorar an, das wir vorher vereinbaren. Wie das im Einzelnen funktioniert, steht im Artikel zur Kosten-Transparenz.

Das Ergebnis gehört dir. Du entscheidest, ob du danach etwas über mich abschließt, woanders oder gar nicht. Bei Versicherungsthemen kann ich dir direkt weiterhelfen, denn dafür habe ich als Versicherungsmakler die Erlaubnis nach § 34d Abs. 1 GewO. Zu ETFs, Fonds, Krediten und Immobilienfinanzierungen gebe ich keine Empfehlung, in Steuer- und Rechtsfragen helfen dir Steuerberater und Anwälte weiter. Eine regelmäßige Überprüfung ist mit der Analyse nicht verbunden. Du kannst aber jederzeit eine neue anfragen.

Checkliste: Vor der Finanzanalyse

  • Hast du die zehn Aussagen oben bewertet und weißt, was dir an der Analyse wichtig ist?
  • Liegen Einkommensnachweise, Renteninformation, Versicherungsscheine und Kreditunterlagen bereit?
  • Hast du gefragt, womit der Anbieter sein Geld verdient und was die Analyse kostet?
  • Ist dir klar, dass die Norm keine Tarifbedingungen prüft und keine Produkte empfiehlt?
  • Kündigst du keinen Vertrag, bevor der neue Schutz steht?
  • Planst du nach größeren Lebensereignissen eine neue Analyse ein?

Überblick über deine Finanzen? Lass uns sprechen.

Ich erkläre dir, wie die Analyse abläuft, was sie kostet und ob sie sich für dich lohnt. Termine nach Vereinbarung, schreib mir einfach.

Unverbindlicher Einstieg: ein kurzer 15-Minuten-Check per Video-Call.